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Okt 30, 2008

NW-Dienstbesprechung mit Pensionären


Kategorie: Naturwissenschaften

Ein 80jähriger Jubilar erscheint auch heute noch modern

Der Fachbereich Naturwissenschaften hatte zu einer „freiwilligen“ Dienstbesprechung ehemalige Kolleginnen und Kollegen samt Ehepartnerinnen eingeladen.

Die Pensionäre sollten bei dieser Gelegenheit einen Einblick in die technischen, didaktischen und inhaltlichen naturwissenschaftlichen Anliegen der Oberstufe erhalten. Bestimmend für den Termin war allerdings der 80ste Geburtstag des ehemaligen Physikkollegen Edzard Timmer. In seiner Einleitungsrede für die 21 Gäste betonte Schulleiter Moje die Verdienste Edzard Timmers für den Physikunterricht an unserer KGS Tarmstedt. Das konnte er kenntnisreich tun, hatte doch sein Sohn Oliver noch bei dem Jubilar Unterricht gehabt.

Folker Steinkamp führte anschließend die Gäste in die umfängliche Nutzung der elektronischen Tafeln in Verbindung mit dem schulinternen Netzwerk „I-serv“ ein. Hier hat jede Lehrkraft und alle Schülerinnen und Schüler eine elektronische Adresse. Damit kann vom häuslichen PC jederzeit auf die in I-serv abgelegten Daten zugegriffen werden. Jede Lerngruppe hat ein eigenes Dateiverzeichnis, kann dort selbst Texte oder Powerpointpräsentationen ablegen, die dann im Unterricht auf die Tafel geholt werden können.

Herr Steinkamp und Herr Heithecker sind in dieser Hinsicht die Vorreiter der Schule. Haben sie doch ihre kompletten Physikeinheiten samt Aufgaben, Internetquellenangaben, Arbeitsbögen usw. dort abgelegt. Die Ausrede: „Ich war krank und wusste deshalb nicht, was gemacht wurde!“ kann bei Ihnen deshalb nicht mehr gelten.

Anschließend wurde es ziemlich physikalisch. Dr. Boris Heithecker stellte vor, wie sich ein Röntgengerät in Verbindung mit der elektronischen Tafel für die Erfassung von Kennlinien als typische Merkmale für Stoffe verwenden lässt. Den altgedienten Lehrkräften stellte sich dabei allerdings die Frage, ob solche Techniken schülergerechte Zugänge zu der Thematik ermöglichen. In der folgenden angeregten Diskussion war die „Kuh erst vom Eis“, als Herr Heithecker und auch Herr Steinkamp demonstrierten, dass neben der modernen Technik natürlich auch die altbewährten im wahrsten Sinne des Wortes „begreifbaren“ Modelle und Versuche gepflegt werden.

Hartmut Prelle hatte als naturwissenschaftlicher Fachbereichsleiter in den alten Konferenzunterlagen aus der Zeit, als Edzard Timmer noch aktiv unterrichtete, gekramt und dort viele auch heute noch moderne Bestrebungen des Jubilars entdeckt. Er begann jedoch seine Ausführungen mit einer erst eine Woche alten Aufforderung des Kultusministeriums an die Schulen, verstärkt die unterrichtliche Verbindung von Informatik und Technik zu suchen. Genau das hatte Herr Timmer schon vor 30 Jahren praktiziert als er roboterartig gesteuerte Fahrzeuge mit Lerngruppen baute und diese Fahrzeuge allein ihren Weg durch ein im Forum aufgebautes Labyrinth finden mussten. Dazu passte dann auch ein Auszug aus einem Fachbereichsprotokoll von 1989. Dort forderte E.Timmer, die „Didaktik umzudrehen“ und statt Sachwissen verstärkt naturwissenschaftliche Denkweisen zu vermitteln. Wer die heutigen Lehrplanvorgaben liest, der findet dort genau den von Herrn Timmer schon damals geforderten und praktizierten Ansatz wieder.

„Gutzeit, Jung und Timmer, die vergess ich nimmer“, so formulierte vor zweieinhalb Jahrzehnten eine 10. Abschlussklasse der KGS, der naturwissenschaftliche Fachbereich kann angesichts der vielfältigen Vorreiterrolle des Jubilars dem nur zustimmen.