Buslotsen

Das Buslotsenprojekt der KGS Tarmstedt


1. Motto/ Thema des Projekts

Schüler/innen sorgen für Sicherheit und Vertrauen beim Schülertransport/ "Buslotsenprojekt"

2. Kurzbeschreibung des Projekts

Ausgangssituation:

Im Jahr 2005 bildete sich aus dem Elternrat der KGS Tarmstedt eine Arbeitsgruppe, die sich intensiv mit den Problemen und der Sicherheit beim Schülertransport beschäftige. Angeregt durch ähnliche Aktivitäten anderer Schulen entstand die Idee, ältere Schülerinnen und Schüler als Buslotsen zu gewinnen, die nach intensiver Schulung die Konflikte regeln, die Sicherheit und das Verhalten positiv beeinflussen können, um so den Fahrschülern/innen das Gefühl einer betreuenden Sicherheit zu geben.

Wer ist am Projekt beteiligt - interne und externe Personen - ?:

Die Schulleitung, die Elternräte, das Busunternehmen, der Landkreis als Träger des Schülertransportes, der Schulträger, die Polizei und die Landesverkehrswacht.

Konzeptionelle Basis:

Die Buslotsen sollen das Verhalten der Schülerinnen und Schüler vor und während der Fahrt von und zur Schule in angemessener Weise so beeinflussen, dass psychische und körperliche Gewalt unterbleibt. Sie verweisen ggf. auf die allen bekannte Busordnung und melden zuwider Handelnde dem Busfahrer oder dem Betreuer dieses Projektes.

Was soll erreicht werden?:

Jugendlichen wird Verantwortung und Vertrauen übertragen. Die Mentalität des Wegschauens oder passiven Gaffens bei Vorfällen soll durchbrochen und gegen aktives Einmischen und Helfen ersetzt werden. Weitere Schüler/innen sollen ermutigt werden, sich auch in anderen und ähnlichen Situationen einzumischen, um den dort vorhandenen Benachteiligten das Gefühl der Anteilnahme und Sicherheit zu vermitteln.

3. Wie wird das Projekt umgesetzt, wie werden Kinder und Jugendliche aktiv eingebunden, welche Umsetzungsmethoden werden eingesetzt?

Nach Information und Zustimmung der Gesamtkonferenz wurden die Erziehungsberechtigten über das Projekt informiert. Die Schülerinnen und Schüler der 8.-10. Klassen, die mit Bussen fuhren, wurden über das Projekt durch den Projektbetreuer, der Polizei, den Eltern und durch den Vertreter der Verkehrswacht informiert. Anschließend bewarben sich die Schüler/innen per Bewerbungsbogen, so dass aufgrund dieser Unterlage nachfolgend eine Auswahl vollzogen werden konnte. Die so ausgebildeten Buslotsen sorgen dann an den jeweiligen Bushaltestellen dafür, dass sich die Fahrschüler/innen in einer Reihe aufstellen, ruhig in den Bus einsteigen und sich dort angemessen verhalten. Bei Konfliktsituationen wird gewaltfrei eingegriffen, um den Konflikt zu lösen. Ist dies nicht möglich, wird der Busfahrer um Mithilfe gebeten. Die Personalien des/der "Störers/in" werden festgehalten und dem Betreuer dieses Projektes mitgeteilt, der dann je nach Schwere des Vorfalls geeignete Maßnahmen ergreift. Dies können dann mündliche Verwarnungen und/oder Mitteilungen an die Eltern, Erledigung von Aufgaben für die Gemeinschaft sein. In schwerwiegenden Fällen ist auch der Entzug der Fahrkarte für einen begrenzten Zeitraum durch das Busunternehmen möglich.

In einem zweitägigen Ausbildungsseminar, durchgeführt von der Polizei, der Verkehrswacht und dem Betreuer dieses Projektes, wird den Bewerber/innen das nötige Rüstzeug für ihre kommenden Aufgaben vermittelt. Die Schwerpunkte sind:

 - Grundlagen der Kommunikation

 - Umgang mit  Konfliktsituationen

 - Rolle der Buslotsin/ des Buslotsen – Selbstverständnis und Aufgaben

 - Umsetzung des gelernten in Alltagssituationen

Die praktische Anwendung erfolgt in Rollenspielen, die z.T. in einem Bus der EVB (des Verkehrsunternehmens) stattfinden. An jede Übung schließt sich eine Moderationsphase an, in der die Erfahrungen der Beteiligten im Plenum besprochen werden. So können die Auszubildenden unter Begleitung aller Beteiligten wichtige Erfahrungen für ihre künftige Aufgabe gewinnen.

Die Aufarbeitung von Problemen im Arbeitsalltag der Buslotsinnen und Buslotsen erfolgt mit dem Betreuer dieses Projekts in einem Zeitraum von zwei bis vier Wochen. Schwerwiegende Probleme werden sofort aufgearbeitet.

4. Welche Wirkung soll unmittelbar erzielt werden und wie zeigt sich diese?

Es soll mit diesem Projekt erreicht werden, dass die Sicherheit in den Schulbussen erhöht, die Konflikte während der Fahrt gesenkt oder vermieden werden und die Zerstörungen in den Bussen eingedämmt werden oder gar nicht mehr auftreten.

5. Wie wird Nachhaltigkeit bei den beteiligten Kindern/Jugendlichen bzw. für die gesamte Institution sichergestellt?

1. Aufarbeitung von Problemfällen mittels Fallanalyse und Rollenspielen. 2. Punktuelle Umfragen bei den Schülerinnen und Schülern mit anschließender Auswertung.