Finnland

Ein Praktikum im Ausland (E-Phase) (Bericht 2015) 

Damit haben mittlerweile viele Schülerinnen und Schüler in den zurückliegenden Jahren positive Erfahrungen sammeln dürfen, und auch in diesem Schuljahr ist das Interesse wieder groß! Ein Auslandspraktikum in Dänemark (Holmegaard & Aarhus) oder Finnland (Kannus) ist besonders für die Schülerinnen und Schüler interessant, die mit diesem Praktikum noch keine konkreten Berufsvorstellungen verbinden bzw. zielgerichtet ihren bereits bestehenden beruflichen Ambitionen nachgehen. Was kann in dem Fall sinnvoller sein, als seinen Erfahrungshorizont zu erweitern. Lesen wir doch vermehrt über die Notwendigkeit, europäisch zu denken, interkulturelle Kompetenzen zu erweitern, Flexibilität bei der späteren Arbeitssuche zu zeigen etc. – in den überarbeiteten Rahmenrichtlinien (jetzt „Kerncurricula“) wie auch in den neu konzipierten Bildungsstandards wird dieses nur allzu deutlich. Die dort formulierten Ziele für einen neu ausgerichteten Fachunterricht finden eine zugleich sinnvolle und spannende Ergänzung in der Möglichkeit, in den o.g. Ländern zwei Wochen zu arbeiten, abgesehen von der Tatsache, dass der Status „Europaschule“ einen durchaus kräftigen Legitimationszuwachs erfährt. Begünstigt durch die bereits seit vielen Jahren bestehenden freundschaftlichen Beziehungen von Hepstedt zu seinen Partnergemeinden kann die KGS Tarmstedt sich nur freuen über Kontakte, die eben auch für solche Zwecke genutzt werden können!

In den Jahren seit Bestehen unserer Sek II haben an die 200 Schülerinnen und Schüler die Chance genutzt und ihrer Tätigkeit in einem skandinavischen Betrieb wertvolle Aspekte abgewinnen können. Insbesondere die Tatsache, sich in einem fremden Land auf eine Arbeitssituation einzulassen, die viel Mut und Offenheit bedingt, hat die meisten von ihnen sicher einen wichtigen Schritt nach vorne gebracht und zudem gezeigt, wie wertvoll es ist, bereits fundierte Kenntnisse in der Fremdsprache (hier: Englisch) vor Ort anzuwenden bzw. zu vertiefen. Schließlich sind die Skandinavier in punkto Fremdsprachenlernen einen Schritt voraus. Dabei war die Art der Tätigkeit im Betrieb an sich eher sekundär. Vielmehr sind es die Aspekte Offenheit, Flexibilität, Empathie u.v.m., die durch solch ein Praktikum gestärkt werden. Ist es nicht genau das, was in der modernen Berufswelt gefordert wird…?

Natürlich ist all dieses nicht möglich ohne die tatkräftige Unterstützung unserer Kollegen & Freunde vor Ort, die uns bei der Suche nach Betrieben und den vielen Gastfamilien, die unsere Zehntklässler bei sich aufnehmen, ohne einen Euro dafür zu verlangen, behilflich sind! Im Gegenzug kommen mittlerweile SchülerInnen aus Aarhus und Kannus zu uns, um einerseits unsere Schule und Gegend kennenzulernen oder auch um ein Praktikum hier bei uns abzuleisten. Ich bin überzeugt, dass sie hier ähnlich nett aufgenommen werden und damit eine Motorfunktion hinsichtlich der Motivierung nachrückender Schülergenerationen einnehmen können.